Venture Capital
Eine Annäherung an Venture Capital
Venture Capital wird im Deutschen als Risiko- oder Wagniskapital bezeichnet. Finanzexperten kritisieren die Übersetzung aus dem US-Amerikanischen als zu eng gefasst. Die Begriffe verweisen ihrer Meinung nach allzu einseitig auf die Gefahren dieser Geldeinlage und unterschlagen die positiven Aspekte dieser Kapitalbeschaffung. Gerade Neugründungen und Start-Up-Unternehmen haben nämlich häufig keine andere Möglichkeit an dringend benötigtes Kapital zu gelangen und sind auf private oder institutionelle Geldgeber angewiesen. Das Beteiligungskapital vergeben außerhalb der Börse öffentliche oder private Venture Capital-Gesellschaften an die Kapitalnehmer. Den besonders hohen Wachstums- und Gewinnchancen steht ein hohes Ausfallrisiko gegenüber. Aufstrebende Unternehmen greifen in der frühen Phase ihres Bestehens auf Finanzmittel von Freunden und Verwandten (friends and family) zurück. Hier bewegen sich die Anlagesummen von etwa 10.000 bis 100.000 Euro. Für Summen bis etwa 200.000 Euro können sich innovative Unternehmen beispielsweise bei vermögenden Privatpersonen, den so genannten Business Angels, bemühen. Wenn das Unternehmen expandiert und dieses größere Summen benötigt, empfiehlt es sich zur Deckung des Kapitalbedarfs an eine Venture Capital-Gesellschaft heranzutreten.
Venture Capital ist Smart Capital
Antragsteller sind zumeist junge, zukunftsweisende Unternehmen aus dem High-Tech-Bereich. Besonders aussichtsreiche Kandidaten Beteiligungskapital zu erhalten, sind Neugründungen aus der Biologie-, Pharma- oder Computerbranche. Neben der Bereitstellung der Geldmittel, vermitteln Venture Capital-Institution ebenso wie Business Angels Kontakte und Management-Know-How. Auch helfen sie bei dem Aufbau von Business-Netzwerken und sorgen dafür, dass branchenspezifisches Wissen verfügbar ist, damit das Unternehmen erfolgreich agieren kann.
Exit
Venture Capital wird für gewöhnlich zeitlich begrenzt zwischen drei und zehn Jahren bereitgestellt, wobei auf eine laufende Verzinsung verzichtet wird. Nach Ablauf der Investitionsphase erzielen die Anleger ihren Gewinn durch Verkauf ihrer Beteiligung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Exit durchzuführen. Zum Beispiel indem das Unternehmen an die Börse (Going Public) geht und durch Verkauf der Aktien die benötigten Gewinne erzielt. Auch ein Trade Sale – also der Verkauf der Beteiligung an einen Investor aus der Industrie, einem größeren Unternehmen der gleichen Branche, kommt in Frage. Eine Secondary Purchase ist der Verkauf oder Übergabe der Venture Capital-Beteiligung an eine andere Venture Capital Institution. Eher selten findet ein Buy Back als Exit-Möglichkeit statt. Dabei handelt es sich um den Rückkauf der Beteiligung durch die Gesellschafter des Unternehmens. Im ungünstigsten Fall kommt es durch Liquidation beziehungsweise Kündigung zu einem endgültigen Abbruch der Unterstützung. Diese Variante tritt in Kraft, wenn die Kapitalgeber der Meinung sind, das Unternehmen sei gescheitert. Für den Kapitalanleger bedeutet das den Verlust des angelegten Geldes und in der Regel ein Insolvenzverfahren für das ehemals aufstrebende Projekt.
Am Anfang war das Venture Capital
Bill Gates (Microsoft), Jeff Bezos (Amazon) sowie Google und FedEx setzten bei dem Aufbau ihrer weltweit bekannten Konzerne rechtzeitig auf Venture Capital. Finanzexperten sehen diese Finanz-Strategie, neben unternehmerischem Handeln und Denken, als wesentlichen Faktor ihres Erfolges an.